Trails

Mountainbiken am Pfannenstil, über 10’000 BikerInnen und kein geregeltes Angebot

Die rund 100 Quadratkilometer grosse Region Pfannenstil umfasst zwölf Gemeinden.Ende 2015 betrug die Einwohnerzahl etwas über 109’000; die Zahl der Beschäftigten lag 2013 bei rund 42’900. [1]

7 % der Bevölkerung üben Mountainbiken aus. Ein Drittel der Bevölkerung fährt Rad [2]. Wenn man den östlichen Grossraum Zürich, die Stadt Uster und Teile des dicht besiedelten Zürcher Oberlands zwischen Wetzikon und Rüti mit einbezieht, kann man davon ausgehen, dass jährlich mindestens 10’000 Bikerinnen und Biker Teile des Pfannenstils befahren.

Obwohl vor über 20 Jahren Bike Pioniere des rechten Zürichseeufers eine Mountainbike Schweizermeisterschaft nach Meilen holten, der SC Egg seit vielen Jahren einen Bike-Cup für den Nachwuchs vorbildlich durchführt, sowie mehrere Radsportvereine um den Pfannenstil den Bikesport pflegen, besteht auf dem dicht genutzten Höhenzug kein geregeltes Angebot für die Bikerinnen und Biker.

Auf dem Gemeindegebiet Meilen gibt es seit bald dreissig Jahren einen wilden Trail, der heute durch eine Waldschutzzone führt. In Egg stand man im 2016 kurz vor der Realisierung eines attraktiven Trails, das Vorhaben kam zum Stillstand aufgrund einer Waldeigentümersituation. Der Wald ob Männedorf hat viele kleine Trails, alles inoffiziell, aber in diesem stark frequentierten Wald bis heute geduldet. In allen Gemeinden befahren Bikerinnen und Biker Wald-, Wanderwege und Pfade. Es gibt keine offiziellen Informationen und Wegweiser, damit sich die Bikerszene orientieren kann, welche Routen und Wege ideal und legal sind.

Die aktuellen Einschätzungen zur Mountainbikesituation Pfannenstil gehen weit auseinander. Die einen Betroffenen loben das respektvolle Miteinander und lassen sich von vereinzelten schwarzen Schafen nicht irritieren, die Anderen wünschen die Mountainbikeszene ins Pfefferland oder gehen gar polizeilich vor, wie im September 2018 die Jagdgesellschaft Zumikon. [3]

Lösungsansätze gibt es viele und sie müssen nicht neu erfunden werden, wenn man professionelle Planer und Fachkräfte einbezieht.

Es braucht keine Angebote für die jungen Wilden, die mit Integralhelm gerade ein Hindernis überspringen und von den Medien jeweils attraktiv in Szene gesetzt werden. Diese Sportler, ca. 1 % der Bikerinnen und Biker, üben ihre Leidenschaft normalerweise auf spezialisierten Downhill Strecken, z.B. in der Lenzerheide, aus.

Wir brauchen geregelte Angebote für die grosse Masse der Bikerinnen und Biker. Ihr Durchschnittsalter ist 41 Jahre, die Mehrheit schätzt schöne Uphillstrecken auf Waldwegen, signalisierte Touren und Singletrails auf nicht zu schweren Strecken [2]. Sie lieben die Natur, die Aussicht und den Genuss. Zieht man die aktuelle Entwicklung mit den E-Bikes bis 25 kmh auch in die Überlegungen mit ein, wird einem schnell klar, der Nutzungsdruck am Pfannenstil wird nur noch grösser.

Quellen:
[1] Zürcherische Planungsgruppe Pfannenstil. (2016). Unsere Region [Online]. URL: www.zpp.ch [Stand 18.10.2018] [2] M. Lamprecht, A. Fischer und H. Stamm, «Sport Schweiz 2014: Factsheets Sportarten», Magglingen: Bundesamt für Sport BASPO, 2015
[3] Zürichsee Zeitung, 3.09.2018, Bezirk Meilen, «Illegale Biketrails nehmen in den Wäldern zu» und «Mit Jägern und Polizisten auf Patrouille»
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1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort

Swiss Bike School
19. Oktober 2018 16:14

Sehr spannender Beitrag! Für mehr Trails und ein faires Miteinander! happy Trails…
Grüsse die SBS

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